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BAUEN MIT HOLZ 1.2017: Holzbauer können mehr

Am Bodensee hat ein mittelständisches Holzbauunternehmen ein Bauvorhaben in Eigenregie entwickelt, ausgeführt und vermarktet. Das fünfgeschossige Eigentumsappartementobjekt wurde als Passivhaus gebaut.

Panoramahaus
Knapp 45 m lang und etwa 23 m breit ist das Panoramahaus in Friedrichshafen. In dem fünfgeschossigen Holzbau finden 19 Wohnungen mit insgesamt 2.200 m² Wohnfläche Platz. Bild: Conné van d´Grachten

Die deutschen Holzbauunternehmen wagen sich zunehmend auf bis dato unbearbeitetes Terrain. Nicht zuletzt die Erfolge der letzten Jahre und die dadurch generierte öffentliche Aufmerksamkeit haben den Mut und das baustrategische Selbstverständnis weiterentwickelt. Wozu braucht es noch externe Bauträger und Projektentwickler, wenn sich ein Großteil der gesamtbaulichen Kompetenzen ohnehin bereits im eigenen Unternehmen befindet? Da ist der Schritt in die Gesamtverantwortung gar nicht mehr so groß, zumal Länder und Gemeinden, insbesondere im Süden Deutschlands, dem modernen mehrgeschossigen Holzbau mehr als offen gegenüberstehen.

So auch beim vorliegenden Beispiel in Friedrichshafen am Bodensee, bei dem das Liegenschaftsamt und der Stadtrat sich vom Konzept des Mehrfamilienhauses des Holzbauunternehmens Müllerblaustein Holzbau GmbH haben überzeugen lassen. Deren Konzept zum Bebauen des begehrten Baugrundstücks in pittoresker Hanglage mit Seeblick, das von mehreren Bauträgern nachgefragt worden war, hat insbesondere aufgrund der umweltfreundlichen Holzbauweise den Zuschlag der Stadt erhalten. Des Weiteren bietet die bereits novellierte Landesbauordnung im Ländle dem Holzbau die Möglichkeit, seine weiterführenden Potenziale zu erschließen und abzurufen. Diese Gesamtentwicklung hat dazu geführt, dass die Politik sich explizit für den Holzbau einsetzt und bereits eine weitere Novellierung der Landesbauordnung in Baden-Württemberg avisiert ist.

Titel BAUEN MIT HOLZ 1.2017

Flächensparende, verdichtete Bauweise

Da wo sonst in städtischen Randbereichen nach wie vor flächenintensive, normierte Reihenhaussiedlungen wie eh und je gebaut werden, zeigt das Panoramahaus alternative Wege auf. Das als Mehrgenerationenhaus ausgewiesene Gebäude hält auf einer bebauten Grundstücksfläche von nicht einmal 600 m² immerhin 2.200 m² an Wohnraum für 19 Wohnungen unterschiedlicher Größe bereit. Die Einsparung an kostbarer, nicht versiegelter Fläche, Baumaterialien und Energieverbräuchen im Vergleich zu 19 Reihenhäusern mit je 115 m² Wohnfläche und 30 m² Rollrasengarten liegt auf der Hand. Den unterschiedlichen Lebensentwürfen und Bedürfnissen der verschiedenen Generationen entsprechend, variieren die Wohnungsgrößen zwischen fünf Zimmern mit 155 m² Wohnfläche für Familien über Drei- bis Vierzimmerwohnungen mit Wohnflächen von 83 m² bis 110 m² für Paare bis hin zu Wohnungen mit 1,5 Zimmern mit 35 m² Wohnfläche für Singles.

Autor: Marc-Wilhelm Lennnartz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 1.2017.